Impressionen

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SchoBLICKE

 

Wir schauen durch ein Fenster und entdecken dahinter eine Welt im ständigen Wandel. Wir sehen in die Ferne, erkennen Landschaften, Berge, Seen, Häuser, Bäume und Wiesen. Manchmal sehen wir einen Vogel, ein Tier oder einen Menschen. Autos fahren an unserem Fenster vorüber. Jeder kurze Augenblick ist ein Bild, ein Teil der Menschheitsgeschichte und ein Teil unserer persönlichen Erinnerung.

 

Schon eine Sekunde später sehen wir beim Blick durch das Fenster ein vollkommen anderes Bild. Im Laufe der Monate betrachten wir das Spiel der Natur, den Wechsel der Jahreszeiten. "Ist der junge Mann dort an dem parkenden Auto nicht der kleine Bub, der immer so große Schneemänner baute? Ist die elegante Frau dort nicht das kleine kesse Mädchen, was immer in die Pfützen gesprungen ist, um seine Mutter zu ärgern?" Das Fenster ist ein Tor in die Erinnerung. EIn Blick durch das Fenster werzählt jedem Menschen eine eigene Geschichte.

 

Doch manchmal wird ein Fenster selbst zur vergänglichen Geschichte: Was einst eine Hausfassade zierte, beim Öffnen und Schließen klemmte und knarrte, nie ganz dicht war und im Winter mit dem kunstvollen Spiel der Eisblumen dekoriert war, weicht modernen Energiesparfenstern. Eine rational vernünftige Entscheidung, doch ein Verlust eines Stückes Seele.

 

In meiner Serie SchoBLICKE gebe ich der Seele alter Fenster ein neues Leben. Fenster, die einst den Ausblick vieler Menschen in ihre Umgebung eröffneten und diesen Menschen Erinnerungen an Gewesenes schenkten schenken den Menschen nun einen Blick in ihre Phantasie. Jedes Bild hat eine versteckte Botschaft. Aus jedem Bild erstrahlen die Blicke all der Menschen, die einst durch dieses Fenster ihre Umwelt wahrnahmen. Die Bilder sind ein Blick in eine andere Welt, eine Welt, die jeder einzelne von uns in seinem Kopf, seinem Herzen und in seiner Seele trägt. Glas und auch der Spiegel hat deswegen in einigen Werken eine so wichtige Bedeutung: Jeder Betrachter erkennt in dem Werk bei jedem Blick ein anderes, vollkommen neues Bild. Er erkennt sich selbst, er erkennt seine Umwelt und doch ist dies alles stets eine Momentaufnahme.

 

Der jeder einzelne Rahmen der Werke hat etwas mit dem Betrachter gemeinsam: Der Betrachter und das Fenster teilen die Geschichte der Zeit miteinander. Über den Weg der Phantasie findet so beim stillen Austausch zwischen dem Betrachter und dem Werk ein inniger Dialog statt.